07.06.2008
Ein Brot für Läufer und den guten Zweck
ozl
Hesel/Leer - Das kleine Brot ist ein echtes Energiebündel: Kartoffelmehl, Roggen, Bananen und Weizenkeimlinge gehören zu den Zutaten. „Laufkruste“ heißt es, ist nicht nur für Läufer, aber in jedem Fall für einen guten Zweck: 50 Cent von jedem Brot gehen an den Verein zur Förderung der onkologischen Palliativ-Versorgung.
Die Idee zu diesem „Spenden-Brot“ hatte Manfred Boldt. Der 58-Jährige aus Hesel erkrankte im Januar 2007 an Krebs. Was vorher immer als Bandscheibenvorfall behandelt worden war, entpuppte sich als bösartiger Knochenkrebs (die OZ berichtete). Doch Manfred Boldt, seit 20 Jahren Marathonläufer, nahm auch diese Herausforderung an. Durchlief mehrere Chemotherapien, zwei Stammzellentherapien : und feierte am Ende den Sieg über die Krankheit.
Er läuft auch wieder. „Als ich so krank war, bin ich nur gekrochen. Die Damen mit ihrem Rollator haben mich locker überholt“, erzählt der Heseler, der in der Nähe des Altenheims wohnt. „Inzwischen liege ich wieder vorne.“ Und weil er eben Läufer ist, hat er jetzt einen Spendenlauf organisiert (siehe Kasten). „Ich habqs geschafft, meine Geschichte ist gut ausgegangen. Jetzt will ich was für die tun, die nicht so viel Glück haben.“ Der Erlös des Laufs kommt, wie das Geld vom Brotverkauf, der Förderung der onkologischen Palliativ-Versorgung zugute. Der Verein kümmert sich um Krebspatienten und ihre Angehörigen, sorgt sich nicht nur um die medizinische Betreuung, sondern vor allem auch um die menschliche. Die Lebensqualität für die Todkranken steht im Vordergrund.
„Und weil Brot zum Laufen dazu gehört, hatte ich die Idee, eine ,Laufkrusteq backen zu lassen“, sagt Boldt. Er schrieb mehrere Bäckereien an : und Ludwig Ackermann aus Firrel sagte sofort zu. In seinem Geschäft in Firrel und der Filiale im Sparmarkt in Hesel geht die „Laufkruste“ ab sofort über den Tresen. „Das Brot kostet 3,50 Euro, 50 Cent gehen an den Verein“, sagt Ackermann. Er findet: „Solche Aktionen und Vereine muss man unterstützen.“